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Musikmesse Frankfurt - Ein Nachruf

Verantwortlicher Autor: Stefan Cramer Mainz, 02.06.2024, 09:13 Uhr
Presse-Ressort von: Stefan Cramer Bericht 5464x gelesen

Mainz [ENA] 5 Jahre nach der letzten Musikmesse 2019 in Frankfurt am Main, die noch Grundzüge der ursprünglichen Konzeption enthielt sind noch immer ein paar Fragen offen geblieben. Was sind die wahren Gründe des Scheiterns, die neben den finanziellen Aspekten zu einem massiven Besucherrückgang und damit zum Aus geführt haben? Wurden alle Fakten auf den Tisch gelegt und Alternativen ausreichend geprüft?

Auch fünf Jahre nach dem Aus der Musikmesse in Frankfurt am Main findet noch immer die Messe "Prolight and Sound" regelmäßig im Frühjahr in den Messehallen in Frankfurt statt. Diese Veranstaltung stellte zu den besten Zeiten der Musikmesse fast ein Schattendasein als parallel stattfinden Event dar. Hier stellt sich die Frage, wie machen die das? Trotz aller Kostensteigerungen scheint dies zu funktionieren.

Das Konzept der Prolight and Sound hat sich aus Sicht der Besuchenden seit Jahren nicht wesentlich geändert und funktioniert, weil es für Händler und Konsumenten gleichermaßen interessant zu sein scheint. Stellt sich die Frage was bei der Musikmesse fehlt, um wieder für beide Seiten interessant zu sein? Ein Blick über den großen Teich nach Anaheim in den USA ist hier äußerst hilfreich. Für die Besucher wird hier, so wie es bei der Musikmesse in Frankfurt auch einmal war folgendes Programm: Instrumentenhersteller aller Couleur bieten Instrumente zum ausgiebigen Testen an. Stars der Branche zeigen an den Ständen und in kleinen akustisch gedämmten Boxen ihr Können und geben Autogramme.

Vorträge zum Musikbusiness und Lehrveranstalter bringen Konsumenten, Musikinteressierte, Musikstudenten und Geschäftsleute zusammen. Für Händler ist eine Plattform geboten, die die Präsentation der neuesten Produkte ermöglicht und dem potenziellen Käufer die Möglichkeit bietet auch Fragen zu stellen. All das hatte die Musikmesse in Frankfurt am Main auch geboten. Was den Rückzug der Instrumentenhersteller angeht sind stetige Preisanstiege für Messestände einer der Hauptgründe, warum sich diese zurückgezogen haben. Dies hatte unmittelbar zur Folge, dass die Konsumenten keine Möglichkeiten mehr hatten vor Ort zu testen, Fragen zu stellen und Kontakt zu Herstellern zu haben.

Dies ist einer der Hauptgründe für den massiven Besucherschwund von über 100.000 zu etwa 25.000 Besuchern im Verlaufe der letzten Jahre. Schaut man sich nun die Veranstaltung "Namm Show" in den USA an, scheint dort eine Lösung des Problems gefunden worden zu sein. Die Organisation "Namm" - National Association of Music Merchants hat es geschafft die Kosten für Messestände und Hotels auf ein für alle Beteiligten vernünftiges Maß zu bringen. Transparenz ist ein weiterer Baustein, der zum nach wie vor großen Erfolg der dortigen Musikmesse führt. Kurz formuliert, alle Beteiligten haben sich an einen Tisch gesetzt und es konnte so ein für alle ein erfolgreiches Konzept und ein finanziell lohnender Event geschaffen werden.

Dies wäre ein Weg, der für die Musikmesse in Frankfurt am Main, vielleicht aber auch für Messen aller Art interessant sein könnte. Organisationen die hier als Akteure in Frage kämen gibt es in Deutschland bereits und müßten nicht erst gegründet werden. Die Musikmesse muß nicht für immer beerdigt werden. Auch das alte Konzept passt und in Zeiten, in denen der online- Handel dem Konsumenten die Möglichkeit nimmt, in einem kleinen Laden vor Ort Instrumente zu testen, wäre Sie eigentlich unentbehrlicher denn je.

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