Montag, 22.04.2019 06:39 Uhr

Mode und Globalisierung 4.0

Verantwortlicher Autor: pfaffen bern, 19.02.2019, 12:46 Uhr
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bern [ENA] Bei der Eröffnungsfeier der Milano Unica waren die Scheinwerfer auf die Nachhaltige Innovation, als Leitmotiv gerichtet. In den Trends Frühling-Sommer 2020 steht das Material in Zentrum der modischen Innovation. Auch Prozesse müssen den neuen Anforderungen gerecht werden. Bald wird es ohne Herstellungsprozesse, die effizienter mit den Ressourcen umgehen, nicht mehr möglich sein, das Streben nach Ästhetik anzubieten.

Globalization 4.0, «Globalization 4.0: Shaping a Global Architecture in the Age of the Fourth Industrial Revolution», heisst das Zauberwort. Globalisierung 4.0 thematisiert über den Wandel durch die digitale Revolution. Der Fokus liegt insbesondere auch auf dem Klimawandel. Ein Thema, das für die Modehäuser zum ernsthalten Problem wird. Die Bekleidungsindustrie ist zu einem wesentlichen Teil mitschuldig an der globalen Umweltverschmutzung. Laut UNO ist die Modebranche nicht nur der zweitgrößte Wasserverbraucher, die Textilfärberei ist maßgeblich an der Wasserverschmutzung beteiligt. Polyester-Mikrofasern tragen zu immer größeren Mengen an Kunststoff bei, und die meisten Kleidungsstücke sind nicht biologisch abbaubar.

Anfang Dezember 2018 schreibt das WEF in einer Publikation, es sei offensichtlich, dass die Modebranche ihren sozialen und ökologischen Fußabdruck überdenken müsse. Für die Umsetzung schlägt es drei konkrete Maßnahmen vor: 1. ethische Mode, die einen respektvollen Umgang zu Menschen und Tier garantiert, 2. Transparenz in der Produktion und 3. die Herstellung neuer Kleidung aus Abfall.

Die genannten Maßnahmen werden schon heute von gewissen Modehäusern umgesetzt. So verzichten immer mehr bekannte Labels auf Pelz und ersetzen Materialien wie Leder durch vegane Alternativen, wie Pilze. Die Modedesignerin Stella McCartney zum Beispiel ersetzt Seide durch Hefeproteine. Auch Kleidung aus rezyklierten Abfall findet immer mehr Anklang, wie der Sportschuh von Adidas, der aus angespültem Plastikmüll an Stränden hergestellt wird.

Das Problem der CO2-Emissionen soll künftig ebenfalls stärker angegangen werden. Im Oktober 2018 veröffentlichte die Beratungsfirma McKinsey eine Studie, die vorhersagt, dass die Produktionsorte künftig wieder „nach Hause“ kommen werden. Man spricht hierbei von «Nearshoring». Die Lohnkosten sind in Asien zwar günstiger, doch kommen Kosten für den umweltverschmutzenden Transport hinzu.

Dieser negativen Auswirkungen auf die Umwelt werden sich Verbraucher zunehmend bewusst. In einer Umfrage, die McKinsey für obengenannte Studie durchführte, geben rund 78 Prozent der Befragten an, dass Nachhaltigkeit bis 2025 beim Kauf von Kleidern ein wichtiger Kauffaktor sein werde. Das zunehmende Bewusstsein der Kundschaft zeigt, dass die Modeindustrie heute reagieren muss, um erfolgreich wirtschaften zu können. Schon oft wurde in der Modebranche über Transparenz in der Produktion, ethische Standards und die Verringerung der Umweltverschmutzung gesprochen. Oft waren es leere Worte.

Ob Sportschuhe aus Plastikmüll oder Innenfutter aus Hefeproteine kluge Marketing Züge oder Umweltbewusstes Handeln sind: Wie ernst ist es der Modebrrache damit? Zuviel hängt vom Goodwill der Modehäuser ab. Die globale Agenda der Politik und Wirtschaft muss die Modebranche zunehmend unter Druck setzen, damit eine radikale Veränderung, was das Merkmal einer Revolution ist, auch tatsächlich stattfindet.

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