Montag, 18.02.2019 05:31 Uhr

Dreierlei Wege

Verantwortlicher Autor: SIR F.E.Eckard Prinz von Strohm Windeck, 27.12.2018, 14:57 Uhr
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Windeck [ENA] Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste. Konfuzius Handeln, was bedeutet handeln? Wikipedia schreibt dazu: Handeln bezeichnet jede menschliche, von Motiven geleitete ziel-gerichtete Tätigkeit, sei es ein Tun, Dulden oder Unterlassen.

Das heißt, nur wir Menschen handeln zielgerecht, geleitet durch ein Motiv. Das setzt in der Regel ein Nachdenken voraus oder je nach Motiv auch eine Planung. Stellen wir uns dabei vor, wir würden den Bau eines Hauses nicht planen, sondern ahnungslos, direkt und ohne nachzudenken mit dem Bau beginnen. Was käme dabei raus? Bei den Tieren hingegen entstehen regelrechte Kunstwerke. Sie arbeiten instinktiv. Keiner hat es ihnen beigebracht. Der Vogel weiß genau wie er sein Nest bauen muss, der Biber seinen Damm und die Spinne ihr Netz. Bei uns Menschen ist das anders. Wir müssen einen Bau sorgfältig, der Reihe nach planen. Denn, wenn die richtige Reihenfolge nicht eingehalten wird, wie sehen dann unsere Häuser aus.

Der Mensch braucht dafür Fachkräfte, die das entsprechende Wissen haben, damit ein Haus auch stabil gebaut werden kann und nicht wie ein Kartenhaus in sich zusammenbricht. Das heißt, der Mensch muss erst darüber nachdenken, Berechnungen für die Statik vornehmen und die einzelnen Abläufe genau ausmessen, berechnen, planen und organisieren. Wir können nicht einfach darauf loslegen, und je genauer und überlegter geplant wird, desto weniger Probleme tauchen später auf und desto besser wird es uns gelingen. Ein unkontrolliertes Handeln, damit meine ich, jeder fängt an und macht was er für richtig hält, wäre dabei zum Scheitern verurteilt. Gerade dort wo, mehrere Menschen zusammenarbeiten, ist eine exakte Planung notwendig. Wer kann was?

Wer hat das nötige Knowhow? Wer kann organisieren und planen? All diese Überlegungen lassen sich auf vieles in unserem Leben projizieren. Wie beispielsweise auch, wie gehe ich in ein Gespräch oder in eine Verhandlung? Dazu muss man sich im Klaren sein: Was erwarte ich? Was will ich? Wie führe ich ein Geschäftsgespräch oder ein Vorstellungsgespräch? Dabei sollte man sich über die Arbeitszeiten, seinen Erwartungen und Gehaltsvorstellungen im Vorhinein im Klaren sein und darüber, wo man seine Grenzen hat. Denn erst dann kann ich meine Vorstellungen im dem Gespräch genau formulieren und druckse nicht rum, weil ich selber nicht weiß was ich eigentlich will.

Genau das drückt es aus, was Konfuzius auch meinte, Nachdenken, denn das ist der edelste Weg. Je besser ich mich vorbereite und meinem Gegenüber entgegentrete, desto selbstbewusster ist mein Auftreten. All unser menschliches Handeln erfordert, das wir uns Gedanken machen sollten. Denn, wenn man weiß, wie der Weg, den man gehen will sein soll, wird er einfacher sein, als es den anderen zu überlassen, die unseren Weg dann letztendlich bestimmen werden. Zwangsläufig wird man sonst in Wege gedrängt, die man vielleicht gar nicht gehen will. Deshalb sollte jeder selbst über sich und sein Leben planen und auch bestimmen.

Wenn wir allerdings das „Rad“ nicht neu erfinden müssen, dann besteht auch die Möglichkeit, dass ein oder andere nachzuahmen. Das machen in vieler Hinsicht unsere Kinder. Wenn sie uns beobachten, versuchen sie uns so gut wie möglich zu kopieren. Das heißt, wir Erwachsenen, aber auch die älteren Kinder und Geschwisterkinder fungieren als Vorbild. Oder wenn einer weiß, wie man ein Haus baut, braucht man es nicht neu zu erfinden. Alles, was es bereits gibt, können wir mit unseren eigenen Augen und Ohren wahrnehmen und somit entsprechend duplizieren. Das ist am Leichtesten, auch wenn aller Anfang oftmals schwer erscheint. Vieles wurde zum Nachlesen auf Papier festgehalten, sprich Bücher geschrieben.

Wir müssen uns daher über vieles nicht erst den Kopf zerbrechen und das „wie“ neu herausfinden. Das heißt, wir profitieren aus dem großen Topf von dem, was uns vorgemacht und vorgelebt wird, als auch von dem Wissen, das es bereits schon gibt. So gibt es heutzutage so genannte Coache, die uns zeigen, wie man ein Gespräch richtig führt, Eltern die uns die richtigen Verhaltensweisen vorleben und zur Selbständigkeit führen, Lehrer die uns lehren wie man schreiben, lesen, rechnen lernt, Köche die uns ihre Kochrezepte weitergeben usw.. Entweder wird uns dies alles vorgelebt, gezeigt oder wir lernen es in der Schule oder in Kursen.

Aber genauso kann man vieles in Büchern nachlesen oder durch die heutige Technik in Videos über YOUTUBE ansehen und dabei lernen. Aber auch andere Plattformen im Internet helfen uns dabei weiter. Das Nachahmen ist daher am Leichtesten, da wir dadurch bereits das Ergebnis im Vorhinein sehen können. Nur, wer sich weigert, danach zu leben, sprich nachzudenken oder nachzuahmen, was passiert mit demjenigen? Dieser muss sich alles regelrecht erst selbst erarbeiten. Wenn wir aus dem Wissen und der Erfahrung der Vergangenheit nicht schöpfen, machen wir uns das Leben nur unnütz schwer. Das ist wie ein gegen den Strom schwimmen und man wundert sich, dass man im Leben nur sehr schwer weiterkommt. Nur woran liegt das?

Ist es Faulheit, Angst oder mangelndes Vertrauen? Die Erfahrungen der Menschen lehren uns doch so vieles? Wir sehen doch aus der Vergangenheit, wohin vieles geführt hat. Doch jeder Mensch hat seinen eigenen Lebensplan, auf dem er entscheiden kann, welchen Weg er gehen möchte. Den einfachen oder den Härteren. Auch Gott schickte uns seinen Sohn, der uns seinen Weg aufzeigte. Er lebte uns die Liebe des Vaters und die Nächstenliebe vor. Jesus lehrte seine Apostel und sandte diese aus, Gottes Liebe, an uns weiterzugeben. Nur was ist bis heute daraus geworden? Die einen predigen mit erhobenem Zeigefinger Furcht vor Gottes Gericht zu haben. Ich frage euch, hat Jesus Christus das seinen Aposteln beigebracht? Angst vor Gott zu haben?

? Nein, er lehrte uns Vergebung und die Liebe zu allem was ist. Nur was der Mensch in all den Jahren aus seinen Lehren gemacht hat, hat nur noch wenig damit zu tun. Es gilt vielmehr die Macht über andere, sprich den Gläubigen auszuüben und sie damit ängstlich und gefügig zu halten. Dazu gehört auch die falsch verstandene Liebe, in der wir uns verbiegen und die bis zur Selbstaufgabe und Selbstverleugnung geht. Denn mit der Angst vor der Strafe Gottes, bekommt man die einen gefügig und die anderen wiederum laufen vor der absichtlichen Angstmacherei davon. Das ist traurig. Denn wie viele Menschen wollen gerade deshalb nichts mehr von Gott wissen und haben sich von ihm abgewandt?

Nur, weil der höheren Geistlichkeit der Machterhalt wichtiger war und ist, als die wahren Lehren Jesu Christi. Vieles wird so hingedreht, wie es einem am besten passt, und das ganze wird dann auch noch im Namen Gottes gepredigt. Alle Menschen sollten in sich gehen und fragen, kann all das wirklich Gottes Wille sein? Ist Gott jemand, der Angst verbreiten wollte? Hat Jesus Christus im Namen Gottes denn Angst oder gar Selbstverleugnung gelehrt? Was lebte uns Jesus vor? Dabei erhält das Wort Angst in den letzten Jahren eine andere Dimension.

Denn Angstmacherei bedeutet auf einmal nicht mehr, sich vor etwas zu fürchten, sondern die Tatsachen zu verdrängen, zu verleugnen und vor der Wirklichkeit die Augen zu verschließen, um diese letztendlich nicht mit ansehen zu müssen. Denn sonst würde eine Panik entstehen. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange dieser Zustand aufrechterhalten bleibt, bis wir unter Umständen von der Realität eingeholt und regelrecht wachgerüttelt werden. Wir alle sind mit Gott verbunden, da Gott in uns lebt. In der Tiefe unseres Herzens wissen wir alle die Antwort. Jesus Christus lehrte uns keine Angst, sondern die Liebe des Vaters.

Nur müssten wir uns alle einmal „resetten“, damit wir uns unseren christlichen Wurzeln bewusst zurückbesinnen und wieder anfangen, danach zu leben. Denn mittlerweile leben wir in einer viel zu großen, von Gott abgewandten Welt, von der man nicht weiß, wohin sie uns noch führen wird. Denn wenn wir Menschen so weiter leben wie bisher, und von Gott nichts mehr wissen wollen, wird Gott eines Tages einschreiten. Dann muss der Mensch wieder durch bittere Erfahrungen lernen, anstatt nachzudenken und sich seiner Wurzeln bewusst zu werden und diese entsprechend zu leben. So, wie Konfuzius es sagte: Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln.

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