Dienstag, 20.08.2019 09:15 Uhr

Schweigemarsch für Frauendiakonat im Zentrum Münchens

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg München, 12.04.2019, 17:20 Uhr
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München [ENA] Katholische Frauenverbände und Reformgruppen drängen Bischöfe und Papst mit einem Schweigemarsch in der Münchner Innenstadt zu “mutigem und entschlossenem Handeln” zugunsten der raschen Wiedereinführung des Frauendiakonats und der gleichberechtigten Öffnung aller kirchlichen Dienste für Frauen. Organisatoren teilten mit, das Verharren auf dogmatischen Positionen habe die Kirche in ihre heutige Schieflage gebracht.

Zu den Veranstaltern der Kampagne “Für den Diakonat der Frau – Jetzt!” gehören der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sowie die Münchner Reformgruppen Gemeindeinitiative, Münchner Kreis und Wir sind Kirche. In einem offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, weisen sie darauf hin, dass die Gleichberechtigung der Frauen ein Menschenrecht sei, das die römisch‐katholische Kirche aber bisher nicht umsetze. Bereits die früheste Kirche habe Diakoninnen gehabt und deswegen stehe die Forderung nach dem Diakonat für Frauen als “erster wichtiger Schritt” im Vordergrund.

Die Veranstalter des Schweigemarschs rufen Erzbischof Marx in einem am Freitag veröffentlichten Brief auf, sich in der DBK und beim Papst für Diakoninnen einzusetzen. “Die Gleichberechtigung für Frauen in der römisch‐katholischen Kirche ist überfällig. Diakonat für Frauen jetzt!” heisst es darin. Immer weniger Menschen verstünden die Zögerlichkeit der Bischöfe und erwarteten mutigeres und entschlossenes Handeln. “Das Verharren auf nicht mehr tragfähigen dogmatischen Positionen hat die Kirche erst in ihre heutige Schieflage gebracht. Posten für hohe Kirchenbeamtinnen dürfen kein Feigenblatt sein für das Nichthandeln bei der Wiedereinführung des Frauendiakonats und der gleichberechtigten Öffnung aller kirchlichen Dienste für Frauen.”

“Gern hätten wir gewusst, was Sie als unser Erzbischof, als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Berater von Papst Franziskus zur Förderung des Diakonats der Frauen konkret tun,” schreiben die Verbände. Für den Marsch zum Münchner Liebfrauendom wurde der „Tag der Diakonin“ am 29. April ‐ dem Festtag der Hl. Katharina von Siena – gewählt. Laut der Kirchenzeitung des Bistums Münster wird innerhalb des dreistufigen Standes der Kleriker und des Weihesakraments in der katholischen Kirche zwischen Diakon, Priester und Bischof unterschieden. Die heutige stärkere Betonung der Eigenständigkeit des Diakonenamts finde ihren sichtbarsten Ausdruck in der Weihe von verheirateten Männern zu Diakonen auf Lebenszeit.

Diesen Informationen zufolge spenden Diakone das Taufsakrament, predigen und assistieren in der Eucharistiefeier; sie assistieren bei der Trauung und beerdigen. Sie hören jedoch keine Beichte und nehmen keine Krankensalbung vor. Der Begriff Diakon entstammt dem Griechischen und meint ursprünglich den Diener, dem in der frühen Kirche besondere Dienste an Benachteiligten übertragen wurden, zum Beispiel die Armenpflege. In der Diakonenweihe verpflichten sich die angehenden Priester zur Einhaltung einer bescheidenen Lebensführung, zum Gehorsam gegenüber dem Bischof und zur Ehelosigkeit (Zölibat).

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