Dienstag, 21.05.2019 06:35 Uhr

Deutsche Bischöfe sollen wegen Kündigungen intervenieren

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg München, 26.03.2019, 18:51 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Mixed News +++ Bericht 4741x gelesen

München [ENA] Eine katholische Reformbewegung hat den Vatikan beschuldigt, kritische Journalisten “mundtot zu machen.” Damit kommentierte die Bewegung am Dienstag die Meldung, die Redakteurinnen der Zeitschrift Donne Chiesa Mondo (Frauen Kirche Welt) hätten geschlossen gekündigt. Als Grund gaben sie Diskreditierung durch den Vatikan an, nachdem sie die den Missbrauch von Nonnen durch Geistliche bekannt gemachten hatten.

Das Bundesteam der Gruppierung WirsindKirche schrieb in einer Verlautbarung: “Dies Verhalten des Vatikan erinnert an die Methoden von autoritären Systemen wie Ungarn und Türkei – auch dort versucht man mit noch sehr viel direkteren Methoden wie Entlassungen, Gefängnis und Landesverweis kritische Journalisten und Journalistinnen mundtot zu machen.” Das “römische Herrschaftssystem”, das die weltweite sexualisierte Gewalt durch Kleriker nicht in den Griff bekomme, schlage mit diskreten, aber gleichwohl diskreditierenden Methoden zurück.

Von einer solchen Kirche seien mittlerweile “viele angewidert,” erklärten die Reformer. Da dürfe sich die Kirchenleitung auch in Deutschland nicht wundern, wenn immer mehr Frauen aus der Kirche auszögen, wie zum Beispiel beim “Frauenstreik von Maria 2.0”. Mit dieser Aktion hatten sich Katholikinnen kürzlich in Münster gegen Missbrauch und Ausgrenzung von Frauen in der Kirche gewandt. “Wenn die deutschen Bischöfe noch etwas Schneid haben, sollten sie sich nicht nur mit Worten für eine sehr viel stärkere Rolle von Frauen in der katholischen Kirche einsetzen, sondern auch gemeinsam im Vatikan intervenieren,” hiess es in der Erklärung.

Die Chefredakteurin der monatlichen Frauenbeilage der Vatikanzeitung L’Osservatore Romano, Lucetta Scaraffia, hatte in einem der Nachrichtenagentur AP vorliegenden offenen Brief an Papst Franziskus geschrieben, sie und ihre Kolleginnen würfen das Handtuch, weil “wir uns von einem Klima des Misstrauens und Entmachtung umgeben fühlen." Die Journalistinnen hätten sich einer Kampagne des Vatikans ausgesetzt gesehen, mit der man sie habe diskreditieren und unter die direkte Kontrolle von Männern habe stellen wollen.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.